Wappen Marktsteft Marktsteft und Michelfeld
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Chronik der Stadt Marktsteft mit Ortsteil Michelfeld

 
Marktsteft
 
Der Name des Ortes am Main führt auf den ehemaligen Kirchenpatron St. Stephanus zurück, der auch das Wappen der Stadt ziert. In alten Schriften wird "Stephe" erstmals 1216 erwähnt.
Wappen Im 14. Jahrhundert gehörte Marktsteft zur Herrschaft der Grafen von Hohenlohe- Brauneck. 1448 kam es an die Markgrafen von Ansbach und blieb bis 1791 in deren Besitz. Bereits 1532 besaß der Ort eine wehrhafte Kirchenburg, welche im Mittelalter den Bewohnern des „Häckernestes“ in Kriegszeiten Zuflucht bot. Die Einführung der Reformation in Marktsteft erfolgte bereits im Jahre 1534. Zum Marktflecken wurde Steft 1729 erhoben. Dadurch erlangte der Ort das Recht, Wochen- und Jahrmärkte abzuhalten. In der Landesbeschreibung der damaligen Zeit stand: "Stefft, ein zwischen Marktbreit und Kitzingen an dem Maynstrom, in einer besonders an vortrefflichen Weinwachs sehr vorteilhaft fruchtbaren und angenehmen Gegend gelegener schön angebauter ansehnlicher Marktflecken...".
Der Markgraf Karl Wilhelm Friedrich von Ansbach erkannte die für das Fürstentum günstige Flusslage des Ortes (Zugang zu den Weltmeeren und damit Tor zur Welt) und ließ von seinen Soldaten einen Hafen mit Faschinenschutz anlegen (1711-1729). Dieser Hafen (Denkmalschutz) sollte in den nächsten 100 Jahren eine vielschichtige historische Rolle spielen und zum Schicksalsort für viele Menschen werden.
1791 endete die Herrschaft der Ansbacher in Marktsteft. Der Markgraf Carl Alexander hatte sich entschlossen mit seiner Geliebten Lady Elizabeth Craven nach England zu gehen und seine Markgrafschaft gegen eine Leibrente an Preußen abzutreten. So wurde am 2. Januar 1792 am Marktstefter Rathaus das königlich preußische Wappen angebracht. Aber bereits am 26. Februar 1806 wurde der Marktflecken kaiserlich-französisch, und nur 3 Monate später, am 29. Mai 1806 hißte man am Justizamt und Rathaus das bayerische Rautenbanner.
Marktsteft wurde nun Sitz eines bayerischen Landgerichts. Am 17. Mai 1818 wurde die bisherige Marktobrigkeit durch den Magistrat und das Gemeindekollegium ersetzt.
In einem Zustandsbericht vom 30. Juli 1839 heißt es: "Der Marktflecken Steft enthält 219 Gebäude, 330 Familien und 1310 Seelen. Der Hauptnahrungszweig ist Wein- und Obstbau und der Handel. Von dem auf auswärtigen Absatz berechneten Gewerbe sind nur die Gerber und Essigfabrikanten wohlhabend".
Marktgemeinden mit Magistratsverfassung wurden in der Gemeindeordnung für das rechtsrheinische Bayern vom 29. April 1869 zu Stadtgemeinden aufgestuft, so auch Marktsteft, der einzige Marktflecken mit magistrativer Verfassung im Regierungsbezirk Unterfranken. Am 1.1.1870 rückte Marktsteft in die Reihe der Städte ein.
Die katholische Bevölkerung erhielt 1964 eine eigene Kirche.
1978 wurde die Landgemeinde Michelfeld (3 km östlich, durch Straße und Radfahrweg verbunden) aufgelöst und nach Marktsteft eingemeindet (zusammen knapp 1700 Einwohner). Seitdem wird dieses Dorf als Stadtteil von Marktsteft geführt.
In Markststeft findet man einen Kindergarten, eine Grundschule, zwei Geldinstitute, eine Mehrzweckhalle, Sportplätze, einen Fischlehrpfad, einen sandigen ‚Badestrand’ am Main, eine Metzgerei, eine Bäckerei und ein Lebensmittelgeschäft. Mehreren Vereinen kann man aktiv oder passiv angehören und in zwei Gast- und Häckerwirtschaften einkehren.

Kirchenburg

Kirchenburg und Rathaus

Die Stephanskirche ist umgeben von einer gut erhaltenen Kirchenburg mit Gaden, eine mit Jahreszahl 1593. Neben dem Torturm schließt das Rathaus an, mit der Jahreszahl 1608 über dem rückwärtigen Eingang. Anfang des 18. Jahrhunderts erhöhte man das Rathaus und setzte ihm ein Pyramidendach mit Laterne auf. Evang.-luth. Pfarrkirche St. Stephan (nachgotischer Bau):1623/24 entstand die heutige Kirche (Denkmalschutz) durch Erhöhung und Erweiterung der Vorgängerkirche. Schon 1608 war der viergeschossige Turm aufgeführt worden. Kirchensaal und Chor sind im Innern mit flacher Intarsiendecke der Bauzeit gedeckt. Aus dieser Zeit stammt auch der mit Beschlagwerk und Engelsköpfen verzierte Taufstein, der das Zeichen des Steinmetzmeisters Erhard Schilling trägt. Kanzel und Altar wurden 1737 gestiftet. Das Altarbild mit Kreuzigungsgruppe ist 1739 datiert und von Johann Christoph Pittsch signiert. An der nördlichen Kirchenwand steht ein lebensgroßes Kruzifix aus Holz (bessere Arbeit um 1550).

Friedhof

1584 wurde der Friedhof (Denkmalschutz) aus der Kirchenburg vor das Dorf verlegt. Mit seiner Freikanzel (1603) in der Form eines "Predigthäusleins" und alten Holzarkaden an zwei Seiten (Ecke: Kuppeldachreiter) sowie an den Seitenwänden Epitaphien von Marktstefter Handels- und Schifferfamilien aus dem 18. Jahrhundert ist der "neue" Friedhof bedeutsam.

Präparandenschule

1866
wird die, aus Muschelkalksteinen in der Hauptstraße 49 erbaute, evangelische Präparandenschule (Denkmalschutz) für das Einzugsgebiet Unterfranken eröffnet, aber bereits 1923 nach Schwabach verlegt. Eine große Zahl unterfränkischer Lehrer wurde hier auf ihren Beruf vorbereitet.

Schranne

Schranne

Die ehemalige "Schranne" (Denkmalschutz) von 1751 befindet sich in Hafennähe (Schrannengasse) und fungierte als Lagerhaus für den Hafen.




Keerlhaus

Keerl Haus

Das ‚Keerl –Museum‘ mit Möbeln, Gemälden und Haushaltsgegenständen aus dem 18. Jahrhundert wird in einigen Monaten im dann renovierten Rathaus zu besichtigen sein. Zwei prächtige Häuser (Denkmalschutz) mit Rokokoformen und ein Gartenhaus in der Herrnstraße ließ u.a. die für Marktsteft sehr bedeutende Familie Keerl bauen. Von 1554 an, als Sebastian Kherell in Marktsteft Schultheiß wurde, bis zum Jahr 1751, als Hofkammerrat Johann Jakob Keerl, Vater des "Fleckens" und Gönner von Marktsteft (Lateinschule und Armenhaus) verstarb, war Marktsteft von den "Keerls" geprägt. Die Familienmitglieder der Sippe Keerl waren nahezu zwei Jahrhunderte meist in herausragenden behördlichen Positionen tätig. Durch diese Stellungen aber auch als tüchtige Kaufleute und fortschrittliche Fabrikanten beeinflussten sie in jener Zeit maßgeblich das kräftige wirtschaftliche Wachstum Marktstefts.

Gewerbe

In den letzten 50 Jahren entwickelte sich Marktsteft durch Ansiedlung neuer Industrie- und Handwerkerbetriebe (Brauerei seit 1688, Kühlzellen, Seilerwaren, Maurer-, Zimmerei-, Installations- und Sand-/Kiesbetriebe sowie Betonschleiferei u.a.) immer mehr zu einem Industriestädtchen mit stetig schwindender landwirtschaftlicher Bedeutung. Auch der arbeitsintensive Anbau des einst über Franken hinaus bekannten und begehrten Marktstefter Obstes (Kirschen, Zwetschen!) und seines schmackhaften Spargels geht immer weiter zurück. Aber der Weinbau erlebt in den letzten Jahren wieder eine neue Blütezeit!

Im neuen Gewerbegebiet "Am Traugraben" verkauft die Stadt Marktsteft Grundstücke in verschiedenen Größen.

Erholung

Die renaturierten Baggerseen südlich von Marktsteft und der naturbelassen anmutende Mainfluss ober- und unterhalb von Marktsteft sowie die nähere Umgebung bieten für Einheimische und Fremde eine großartige Erholungslandschaft in einem alten Kulturland. Auch führt der gut ausgebaute Main- Radwanderweg durch den historisch bedeutsamen Ort.

Marktstefter Hafen

Mit dem Bau des Hafens in Marktsteft (1711-1729) erlangte die Markgrafschaft Ansbach Zugang zu den Weltmeeren, was zukünftig von eminenter Bedeutung für das Fürstentum werden sollte. Um 1764 wurde ein Kran errichtet, von dem nur noch ein achteckiges Gebäude zeugt. Im Zuge der Gegenreformation kamen ausgewiesene Salzburger Emigranten in die evangelische Markgrafschaft Ansbach. Am 23.1.1733 wurden im Marktstefter Hafen ca. 200 dieser Emigranten auf dem Wasserweg nach Holland geführt und auf der Insel Cadzand angesiedelt. Eine zweite Gruppe von 50 Salzburgern, die im Herbst in Steft an Bord gingen, segelten nach Nordamerika und landeten in der damaligen englischen Kolonie Georgia (heute U.S.A.). 1733 wurde der Faschinenschutz am Hafen durch eine Mauer aus Steinquadern ersetzt und 1751 ein Lagerhaus (Schranne) gebaut.

Kran
1776 erklärten sich 13 auf amerikanischem Boden bestehende englische Kolonialstaaten für unabhängig, was England nicht zuließ und Subsidientruppen im Ausland anwarb. Mitte des 18. Jahrhunderts hatte sich die Markgrafschaft von Ansbach durch aufwendigen Hofstaat, Bau von Schlössern, Schulen, Kirchen und Straßen hoch verschuldet. Durch einen fragwürdigen Soldatenverkauf an England sah der Markgraf seine einzige Möglichkeit, sich von dem riesigen Schuldenberg zu befreien. So kam es zu mehreren Einschiffungen zwischen 1777 und 1782 von insgesamt 1068 Männern in die U.S.A. Von den Soldaten kehrten ca. 60% wieder in die Heimat zurück. Jeder sechste fiel im Kampf und ca. ein Drittel blieb in den U.S.A. als Neuansiedler. Diese leisteten bedeutende Aufbauarbeit und einige brachten es zu großem Reichtum (so z.B. der deutschstämmige Vorfahre des Kaufhauskonzerns Woolworth , der wahrscheinlich über den Marktstefter Hafen in die Neue Welt kam). Unter den Zurückgekehrten befand sich auch der spätere Generalfeldmarschall und Held der Befreiungskriege gegen Napoleon August Wilhelm von Gneisenau. Als Kriegsbeute aus jener Zeit schmücken heute drei ansbachische Regimentsfahnen eine Wand in der amerikanischen Militär- Akademie West- Point.

1788 entschloss sich der Markgraf erneut Truppen zu vermieten, diesmal an Holland, das sie zu einem Krieg mit Frankreich benötigte. 1432 Mann segelten am 30. Mai auf 28 Booten nach Westen. Die erhoffte Schuldentilgung konnte jedoch nicht erreicht werden, da Holland in Zahlungsschwierigkeiten geriet. 1791 trat Markgraf Carl Alexander gegen eine Leibrente seine Markgrafschaft an Preußen ab und emigrierte nach England. So wurde der Marktstefter Hafen preußisch, der einzige auf bayerischen Gebiet. Die Französische Revolution erschütterte um diese Zeit Mitteleuropa und der Marktstefter Hafen nahm kurzzeitig an wirtschaftlicher Bedeutung zu. Wegen des Napoleonischen Krieges zwischen England und Frankreich, lieferten englische Firmen ihre Exportwaren über Rhein, Main und die Donau nach Konstantinopel. In Marktsteft wurden diese Erzeugnisse auf Pferdefuhrwerke verladen und auf dem Landweg über Nürnberg zur Donau gebracht, wo man diese Waren wieder auf Schiffe verlud. Im Geographisch-Statistisch-Topographischen Lexikon von Franken Band V von J.K. Bundschuh von 1802 wird vom Marktstefter Hafen gesagt: „dieser gehört mit unter die besten am ganzen Maynstrome!“

Anfang des 19. Jahrhunderts ging dann die wirtschaftliche Bedeutung des Marktstefter Hafens zurück, bedingt durch die Auflösung der Markgrafschaft Ansbach- Bayreuth und spätere Einverleibung in das neu entstandene Königreich Bayern. Der Bau der Eisenbahn ließ die Hafenanlage fast zur Bedeutungslosigkeit herabsinken und nach dem 1. Weltkrieg wurde sie für die Wirtschaft praktisch unwichtig. Heute steht die älteste in ihrer ursprünglichen Form erhaltene Hafenanlage Bayerns unter Denkmalschutz. Der "Alte Hafen" ist ein Erinnerungs- stück an eine Zeit, in der die Bedeutung Marktstefts diejenige von heute übertraf.

Seit einigen Jahren findet jeweils am dritten Juli- Wochenende auf dem Hafengelände ein Fest mit besonderem Flair statt. Dieses fränkische Hafenfest unter Akazien (Samen wurde von dem freiwilligen ansbachischen Jäger Döllner aus Amerika in unsere Heimat mitgebracht) lockt Besucher aus nah und fern herbei.

Stadtteil Michelfeld


Michelfeld

Der Erzengel Michael, der das Wappen Michelfelds ziert, bezieht sich auf den Namen des Ortes. Auf eine frühzeitliche Ansiedlung seit etwa 1300 v.Chr. (Friedhof der Urnenfelderzeit) und auf Reste einer germanischen Siedlung aus dem 1. bis 4. Jahrhundert n.Chr. verweisen mehrere Ausgrabungsfunde. Im 13./14. Jahrhundert sitzen auf der Wasserburg zu Michelfeld die Ministerialen und Ritter von Michelfeld. Abgelöst wurden sie durch Pollach von Hallburg und derer von Berlichingen. 1411 gingen Ort und Burg in Besitz der Burggrafen von Nürnberg und Markgrafen von Ansbach- Brandenburg über, die ihn während der Dauer ihrer Ortsherrschaft bis 1791 mehrfach verliehen; so 1525 nach der Zerstörung im Bauernkrieg an das Geschlecht der Hutten und um 1622 an das Geschlecht von Thüna. 1791 ging Michelfeld von der Markgrafenschaft Ansbach gegen eine Leibrente an Preußen über und gehört ab dem 29. Mai 1806 dem Freistaat Bayern an. Von der Anlage der alten Wasserburg sind noch Mauerreste mit Halbtürmen und einem Rundturm sowie der Graben erkennbar (Privatbesitz Familie Holler). 1810 gelangte Michelfeld zum ‚Landgericht Stefft‘ und wurde 1978 nach Marktsteft (3 km westlich, durch Straße und Radfahrweg verbunden) eingemeindet.

Aus dem 14. Jahrhundert stammt die Evang.- luth. Pfarrkirche "Johannes der Täufer" (Denkmal) mit einem sehenswerten Taufstein von 1623, einer aufgemalten Wappenreihe an der Emporenbrüstung (1622) sowie Epitaph des Geschlechts von Thüna (1626). Michelfeld ist fast nur landwirtschaftlich orientiert, hat einen als Naturdenkmal geschützten, landschaftlich sehr reizvoll gelegenen Dorfweiher (fränkisches Seefest am 3. Juni- Wochen- ende) und ein waldreiches Hinterland.

Seefest
Michelfeld besitzt eine gemütliche Dorfwirtschaft mit Übernachtungsmöglichkeiten und ein reges Gesellschaftsleben (mehrere Vereine).

Erschlossene Bauplätze in schöner Lage stehen im neuen Siedlungsgebiet "Im Gärtlein" zum Verkauf.

Günter Eisenhuth

Präperandenschule
Marktsteft
Blumenkübel vor der Präperandenschule
Marktsteft